eine weiße Tischdecke, wölkenartig, dazu einzelne weiße Blumen in minimalistischer Form, runde Teller mit Goldrand und schwarzes Besteck. Ein Hochzeitskonzept im minimaoistischen Stil.

Weniger ist manchmal mehr:
Monochrom und Minimalismus in der Hochzeitswelt

Rückblickend auf die Entwicklung der letzten 10 bis 15 Jahre lässt sich erkennen, dass der Rahmen an Möglichkeiten für die Gestaltung von Hochzeiten wohl keine Grenzen hat. Noch mehr Floristik, noch mehr Dekoration, noch mehr Highlights für die Hochzeitsgesellschaft. Und wenn jedes Brautpaar keine Budgetgrenze hätte, würden die Kosten für den schönsten Tag im Leben vermutlich explodieren. Doch was ist eigentlich mit dem guten, altbekannten Sprichwort „Weniger ist mehr“? Gerade im letzten Jahr haben sich die Trends „Monochrom“und „Minimalismus“ auch in der Welt der Hochzeiten einen Namen gemacht. Und auch im Jahr 2021, werden wir davon viel zu sehen bekommen. Dazu habe ich mich mit Madlen von marrybylen ausgetauscht, welche als Hochzeitsplanerin gemeinsam im Team mit Trang und Wiebke immer up-to-date ist, was die großen Trends der Hochzeiten angeht.

Ein Hochzeitsdesign in Weiß mit schwarzen Akzenten und goldenen Applikationen. Schlicht, airy und edel.

Was versteht man eigentlich unter einem monochromen Dekorationskonzept? Der Fokus liegt hier auf eine ausgewählte und reduzierte Palette verwandter Farben, die sich durch die gesamte Dekoration wie ein roter Faden ziehen. Wer nun glaubt, dass sich so schnell eine gewisse Langeweile zeigt, sollte sich vom Gegenteil überzeugen lassen. „Durch die verwandten Farben wird alles sehr stimmig und bringt gleichzeitig eine gewisse Wärme und Eleganz in das ganze Dekokonzept“, sagt das Team von marrybylen überzeugt. „Häufig sieht man Weiß in Kombination mit einer oder mehreren Farben, was auch sehr schön ist und auch sehr schick aussehen kann, wie man an unzähligen Beispielen sieht. Wenn man das Ganze aber in Monochrom gestaltet, bekommt das Design noch mal ein stärkeres stimmiges Setting, da alles insgesamt sehr einheitlich wirkt.“ Die Farbklassiker Weiß und Rosa werden sich auch dieses Jahr nicht vom Markt fegen lassen. Dieses Jahr sollen wir aber auch viele Pastellfarben, besonders Blau sehen.

Vorurteil Nummer zwei: In ein sehr schlichtes Dekorationskonzept lässt sich keine persönliche Note integrieren. Falsch! Schon alleine der Fokus auf die Lieblingsfarbe, die Wahl der Lieblingsblume oder auch ein besonderes Gastgeschenk, welches in Verbindung mit dem Brautpaar steht, strahlen individuellen Glanz aus.

Widmen wir uns dem zu Anfang zweit genanntem Trend, der sich ebenfalls auf das Wesentliche konzentriert, aber deshalb keinesfalls weniger stilvoll ist: der Minimalismus. Versunken in regelmäßigen Pinterest-Screenings und Interior-Blogs stelle ich fest: Dieser Trend setzt sich besonders mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit immer mehr durch. So möchten sich viele Paare, die viel Wert auf ein nachhaltiges Wohnen und Leben legen, auch bei ihrem Hochzeitskonzept treu bleiben. An dieser Stelle lässt sich hinterfragen, ob es nur das Dekorationskonzept sein soll und sich die Feier auch in einer pompösen Location ausrichten lässt – oder ob es, wenn schon, denn schon alles auf das Minimale reduziert wird. marrybylen sagt dazu Folgendes: „Wenn wir an Locations denken, die für den minimalistischen Stil geeignet sind, sind das in der Regel eher Lofts, die sehr clean und simple sind, oft mit hohen Decken und großen Fenstern. Minimalismus ist für uns generell eher geradlinig und es gibt nichts Verschnörkeltes.“ Mit einer ihrer geplanten Hochzeiten haben sie allerdings bewiesen, dass sich ein minimalistisches Konzept auch in einem Schloss umsetzen lässt. Kleine selbst gemachte Wiesenbouquets in Flaschen auf den Tischen und eine sehr cleane und schlichte Papeterie mit zarter, schwarzer Schrift haben das reduzierte Konzept dennoch besonders gemacht.

Ein Jüdisches Welcomeschild mit einer Blumendeko aus Eukalyptus
Wiesenblumen in kleinen Glasflaschen als Tischdekoration beim Dinner Set-up
weitere Bilder zu der Hochzeit

Zum Schluss habe ich Madlen, Trang und Wiebke nach ihren drei ultimativen Tipps für ein nachhaltiges Dekokonzept gefragt:

Tipp 1: Die gutbedachte Auswahl der Location

Hier kann immer gefragt werden, wie in Bezug auf Müllentsorgung, Wiederverwendung und so weiter gearbeitet wird. Beim Catering und Barcatering sollte darauf geachtet werden, dass diese unter anderem mit regionalen Produkten arbeiten und auch z.B. keine Plastikstrohhalme benutzen.

Tipp 2: Die Zusammenarbeit mit nachhaltig-arbeitenden Dienstleistern

Es gibt mittlerweile viele Stylisten, die hauptsächlich nur mit Natur- und nachhaltigen Produkten arbeiten. Und bei der Floristik müssen es auch nicht immer Frischblumen sein. Seit ca. zwei Jahren sind sowohl Trockenblumen als auch Kunstblumen schwer angesagt. Diese sind mittlerweile so gut verarbeitet, dass es oft gar nicht auffällt, dass sie unecht sind. Und wer möchte, kann diese aber auch mit Echtblumen kombinieren. Darauf zu achten, tut nicht nur der Umwelt gut, sondern schont auch meist den Geldbeutel, da diese in der Verarbeitung oftmals günstiger sind und Kunstblumen häufig verliehen werden.

Tipp 3: Die Auswahl nachhaltiger Papeterie

Für die Papeterie gibt es Anbieter, die nur mit nachhaltig hergestellten Materialien arbeiten. Eines der am häufigsten verwendeten Papiermaterialen ist nicht nur FSC-zertifiziert, sondern wird mit 100% Windenergie hergestellt. In der Herstellung der Papeterie arbeitet z.B.mypaperlove nur mit lokalen (und analogen) Partnern, um lange Versandwege oder Ähnliches zu vermeiden.

Schrieb ich anfangs noch vom sich stetig ausweitenden Maße an Möglichkeiten, so komme ich nun zum Entschluss, dass es oft die kleinen Dinge sind, die nicht nur das Leben, sondern auch besondere Feste ausmachen. Es geht nicht darum, die Dekorationskonzepte anderer Hochzeiten zu triumphieren, sondern darum dem eigenen Stil treu zu bleiben. „Das Paar sollte immer auf die persönliche Note achten“, bestätigt auch Madlen. Und wie wir gelernt haben, lässt sich diese auch in einem minimalistischen Hochzeitskonzept mit kleinen aber feinen Highlights fabelhaft umsetzen.

Vielen lieben Dank an Karo für diese tolle Zusammenarbeit und den informativen Artikel. Mehr über Karos Hochzeitsblog erfahrt Ihr hier: www.alifefullofserendipity.wordpress.com/blog/